BdV-Leitwort für 2016: Identität schützen – Menschenrechte achten

Zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2015 erklärt BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius MdB:
 
Der weltweite Kampf für Menschenrechte ist die Herausforderung der Gegenwart. Gravierende kollektive Menschenrechtsverletzungen sind es, die zu den besorgniserregenden Flüchtlingsströmen dieser Zeit führen. Dabei ist nicht selten die soziale und kulturelle Identität der Opfer in Gefahr. Der Schutz dieser Identität ist ein elementares Menschenrecht.
 
Ohne Identität ist der Mensch heimatlos. Die Merkmale der Selbstidentifikation, aufgrund derer wir uns als einzelner Mensch, als Familie, als kulturelle Gemeinschaft, als Volksgruppe oder als Staat begreifen, bestimmen unseren Heimatbegriff maßgeblich mit. Sprache, Religion, Brauchtum und Kultur in all ihren Facetten sind Beispiele solcher Identitätsmerkmale, die uns vom Individuum bis zu ganzen Volksgruppen unverwechselbar machen. Sie sind die vielleicht wichtigste Grundlage unseres Zusammenlebens.
 
Nur eine funktionierende Gemeinschaft kann sich auf Regeln und Standards verständigen, mit denen Rechte und auch Pflichten ihrer Mitglieder verbindlich festgelegt werden. Erst auf diese Weise werden Achtung und Durchsetzung von Menschenrechten überhaupt möglich.
 
Vertreibungen und ethnische Säuberungen sind Menschenrechtsverletzungen, durch die Einzelne und Gemeinschaften bis heute ihrer Existenz, ihrer Heimat und oft auch ihrer Identität beraubt werden. Nach wie vor gilt es, diese zu bekämpfen.
 
Der Schutz von Identität sowie die Ächtung von Vertreibungen und ethnischen Säuberungen sind Kriterien einer modernen Menschenrechtspolitik. Daher hat das Präsidium des Bundes der Vertriebenen sich als Leitwort für 2016 einstimmig für
 
„Identität schützen – Menschenrechte achten“
 
ausgesprochen.


 
Quelle: BdV – Bund der Vertriebenen, Pressestelle Berlin, 10.12.2015