Ungarischer Gedenktag in der Allerheiligen Hofkirche

Der 19. Januar 1946 markiert den Beginn der Vertreibungen der Deutschen aus Ungarn. An diesem Tag wurden in der ungarndeutschen Gemeinde Budaörs/ dt. Wudersch die ersten Vertreibungstransporte zusammengestellt und in die Besatzungszonen Deutschlands weitergeleitet. In den Folgejahren mussten bis zu 200.000 Deutsche ihre Heimat in Ungarn zwangsweise verlassen. In Andenken an die Ereignisse begeht der ungarische Staat seit 2012 an eben diesem 19. Januar einen Gedenktag, um an die Opfer von Flucht und Vertreibung der Deutschen aus Ungarn zu erinnern. Wie auch in den vergangenen Jahren organisierten das Ungarische Generalkonsulat in München und das Haus des Deutschen Ostens in Zusammenarbeit mit dem BdV-Landesverband zu diesem Anlass eine Gedenkveranstaltung in München, die heuer in der Allerheiligen-Hofkirche stattfand. Als Kooperationspartner waren auch die bayerischen Landesverbände der djo – Deutsche Jugend in Europa und der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn in die Organisation eingebunden.

Die Gäste erwartete eine hochkarätiges Programm. Als Festredner traten Josef Zellmeier MdL, Vorsitzender der Karpatendeutschen Landsmannschaft in Bayern und stellvertretender Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, sowie Dr. Gergely Gulyás, Vizepräsident des Ungarischen Parlaments, auf. In ihren Ansprachen betonten die Redner die Notwendigkeit sich der Geschichte der Vertreibung zu stellen und die gesellschaftliche Verantwortung die Erinnerung an die Ereignisse zu wahren. Grußworte sprachen unter anderem Gábor Tordai-Lejkó, Ungarischer Generalkonsul in München, Prof. Dr. Andreas Otto Weber, Direktor des Haus des Deutschen Ostens, und Hans Schmuck, Vorsitzender der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn in Bayern. Das Schlusswort übernahm Christian Knauer, Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen in Bayern.

Höhepunkt der Veranstaltung war die Aufführung des Theaterstücks „Augenzeuge – Spielzeuge“ durch Schülerinnen und Schüler einer achten Klasse der Antal-Grassalkovich Grundschule in Budapest-Soroksár. Das Stück entstand in Anlehnung an die Ausstellung „Mitgenommen. Heimat in Dingen“, die 2016 im Haus des Deutschen Ostens zu sehen war und behandelt das Schicksal der Aussiedlung der Deutschen aus dem Ort Soroksár. Die Gruppe deren Leitung die Direktorin der Schule Erzsébet Kreisz innehatte war extra aus Ungarn angereist, um das Theaterstück bei der Gedenkveranstaltung zu präsentieren.

Während ihres dreitägigen Aufenthalts in München erwartete die Gruppe ein spannendes Programm. Die djo – Deutsche Jugend in Europa organisierte eine Stadtrallye und ein Zusammenkunft mit Jugendlichen der Siebenbürger Tanzgruppe. Die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn hatte zudem zum Besuch der Gemeinde und des Museums Geretsried eingeladen, wo die Schüler Gespräche mit Zeitzeugen führen konnten, die die Vertreibung aus Ungarn selbst erlebt hatten. Auch der Besuch des Ungarischen Konsulats und des Haus des Deutschen Ostens standen auf dem Programm. Ihren Aufenthalt in Bayern werden die Schüler sicher in guter Erinnerung behalten.