Austausch mit Bündnis90/Grüne fortgesetzt

Was  auf  Bundesebene  und  in  vielen Bundesländern noch unter dem Begriff„wünschenswert“ allenfalls in den Zukunftsplanungen schlummert, ist in Bayern seit über einem Jahrzehnt Alltag. Kontakte zwischen der Partei Bündnis 90/DieGrünen und den Landsmannschaften sind auf nahezu allen Ebenen anzutreffen, alte„Feindbilder“ gehören mehr und mehr der Vergangenheit an. So diente der Meinungsaustausch des geschäftsführenden Landesvorstandes mit der langjährigen Fraktionsvorsitzenden Margarete Bause und ihrer Augsburger Kollegin Christine Kamm am 21. Februar im Maximilianeum schon fast zur Routine. Erklärtes Ziel der BdV Delegation war es, mit Informationen über die Arbeit des Dachverbandes und einer Einladung zur Mitarbeit  in  seinen  Gremien  weiter  zur„Entkrampfung“ der Beziehungen, insbesondere mit Blick auf die Bundesebene und die Situation in anderen Bundesländern, beizutragen. Einen konstruktiven Durchbruch konnte man, so BdV Landesvorsitzender Christian Knauer, bereits bei den vergangenen Gesprächsrunden erzielen. Dies sei sichtbar geworden indem die Fraktion, nicht zuletzt auch durch das Einwirken ihrer europapolitischen Sprecherin, Christine Kamm, Initiativen für die Entschädigung deutscher Zwangsarbeiter, den baldigen Abschluss eines deutschrussischen Sozialversicherungsabkommens und die Errichtung des Sudetendeutschen Museums in München unterstützt habe. Ein Gewinn für die Arbeit des Bundes der Vertriebenen sei die aktive Mitarbeit des Gründungsmitglieds der Partei und früherenEuropaabgeordneten Milan Horácek in seinem Präsidium. Die Kontakte zwischen dem BdV in Bayern und der Landtagsfraktion hätten sich auch positiv auf die Situation in anderen Bundesländern ausgewirkt. So würden seine Vorstandskollegen aus Hessen und Baden Württemberg ebenfalls von konstruktiven Kontakten berichten. Hoch angesehen sei in den Reihen des bayerischen BdV die frühere Landesvorsitzende und heute Staatssekretärin in Baden Württemberg Theresa Schopper. Sie hatte vor rund 15 Jahren den Dialog mit dem BdV im Freistaat begonnen. Knauer bat die für den Bundestag kandidierende Landtagsabgeordnete Margarete Bause, im Falle ihrer Wahl, sich in Berlin für den Aufbaukonstruktiver Beziehungen zwischen der neuen Bundestagsfraktion und dem BdV Präsidium einzusetzen. Bause und Kamm begrüßten die Ausweitung der Migrationsberatung bei der BdV Landesgeschäftsstelle. Es sei ein gutes Zeichen, dass sich der Vertriebenenverband bei der Beratung und Betreuung anerkannter Zuwanderer und Flüchtlinge engagiere. BdV Landesgeschäftsführer Sebastian Sparwasser konnte von nach wie vor steigenden Beratungszahlen berichten. Gefragt, wie man deren Integration besser bewerkstelligen könnte, verwiesen die BdV Vertreter auf die Erfahrungen ihrer Landsleute nach dem Zweiten Weltkrieg. Je stärker eine Verteilung in kleineren Gruppen und auch in kleinere Orte erfolge, umso größer seien die Chancen hierfür. Vermieden werden sollten konzentrierte Ansiedlungen, weil diese her  zur  Bildung  von  Parallelgesellschaften führe. Einigkeit bestand im Hinblick auf die Kontaktpflege zu den in den Heimatgebieten verbliebenen Deutschen. Christine Kamm berichtete, dass sich hier bei Reisen der Landtagsausschüsse bereits ein entsprechendes Bewusstsein entwickelt habe. Weitere Themen der rund einstündigen Aussprache waren der Bayerische Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, die Kulturarbeit der Verbände und die Idee zur Ansiedlung eines Instituts für die Erforschung der Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa an einer bayerischen Hochschule oder Universität. (Auszug aus dem BdV Blickpunkt 3/2017)