Zentraler Tag der Heimat für Bayern in Ansbach: Landesvorsitzender fordert Rentenverbesserungen für Spätaussiedler

BdV-Landesvorsitzender Christian Knauer hat die Regierungskoalition in Berlin zu einer raschen Reform bei den Rentenberechnungen für die Spätaussiedler aufgefordert. Die Gesetzesänderungen aus dem Jahr 1996 seien überholt und bergen einen sozialen Sprengstoff in sich. Wenn die daraus entstandenen Ungerechtigkeiten nicht rasch beseitigt würden, bräuchten sich die Koalitionsparteien über eine Frustration bei den Betroffenen nicht wundern. Derzeit werden die im Herkunftsgebiet erworbenen Rentenansprüche pauschal um 40 Prozent gekürzt und höchstens bei 25 Rentenpunkten bei Einzelpersonen bzw. 40 bei Eheleuten gedeckelt. Trotz jahrzehntelanger Berufstätigkeit drohe vielen nunmehr eine Rente unterhalb der Armutsgrenze und führe zu massenweisen Anträgen auf Grundsicherung. Nachdem in wenigen Monaten die Ungleichheit zwischen Ost- und Westrenten beseitigt werden wird, gelte es das „letzte Stück Ungerechtigkeit“, infolge der gesellschaftlichen Veränderung Anfang der 90er Jahre, zu beseitigen. Die rentenberechtigten Aussiedler könnten im Allgemeinen auf eine größere Anzahl von Kindern und Enkelkindern, als die einheimische Bevölkerung im Erwerbsleben verweisen. Bei einem Zuwarten drohe die Gefahr, dass viele Betroffene aus Frustration zu den populistischen Parteien am linken und rechten Spektrum abwandern könnten.

Die Forderung stellte Knauer während der Zentralveranstaltung zum Tag der Heimat in Bayern, in der Orangerie in Ansbach am heutigen Sonntag auf. Der Festakt stand unter dem Leitwort „Unrechtsde-krete beseitigen – Europa zusammenführen“. Ein besonderer Höhepunkt war dabei die Ehrung der ehemaligen Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Emilia Müller, mit der Wenzel-Jaksch-Medaille. Verliehen wurde ihr die zweithöchste Auszeichnung des Verbandes für ihre außerordentlichen Verdienste um die Stärkung der Kulturarbeit der deutschen Heimatvertriebenen und Aussiedler.

Große Beachtung fand auch die Vergabe des mit 2.000 Euro dotierten BdV-Kulturpreises an die russlanddeutsche Lyrikerin Maria Schefner. Ehrengaben zum Kulturpreis erhielten der ehemalige Ministerialbeauftragte im bayerischen Kultusministerium, Hans Schmitzer (Cham) und die Ausstellungskuratorin Martina Kerl aus München. Ersterer wurde für seine Bemühungen um die Verankerung des ostkundlichen Unterrichtprinzips, Kerl für ihre Filmdokumentation „Angekommen – Wir Pommern in Bayern“ und ihr großartiges Engagement bei der Ausstellung „Dr. Pomeranus Bugenhagen“.

Unter die über 200 Gäste hatten sich auch die Landesbeauftragte für Heimatvertriebene und Aussiedler, Sylvia Stierstorfer, MdL, Staatssekretär Josef Zellmeier, der Landtagsabgeordnete Andreas Schalk, Landrat Dr. Jürgen Ludwig, die stellvertretende Oberbürgermeisterin Elke Hamm-Vogel und Bezirksrat Alexander Küßwetter gemischt. Musikalisch umrahmt wurde der Tag der Heimat von der Donauschwäbischen Singgruppe aus Landshut, unter Leitung von Reinhard Scherer.

Pressemitteilung des BdV-Bayern vom 16.9.2018, Bilder: S.Marb/ BdV