Tag der Heimat in Passau: „Heimatvertriebene sind die besten Brückenbauer“

Am Sonntag den, 30.09.2018 feierten die Vertriebenenverbände aus dem Landkreis Passau den Tag der Heimat im Großen Rathaussaal in Passau unter dem Motto: „Unrechtsdekrete beseitigen – Europa zusammenführen“. Bei diesem Festakt war wieder der Begriff Heimat salonfähig. Heimat ist wichtiger und aktueller denn je. Das wurde beim Tag der Heimat in Passau überdeutlich. Der BdV dagegen hat nie davon abgelassen, die Heimat in den Mittelpunkt zu stellen, die Erinnerung an die Wurzeln hochzuhalten. Seit Jahrzehnten veranstaltet der BdV Jahr für Jahr im Großen Rathaussaal den Tag der Heimat. Geschuldet ist das dem rührigen und tatkräftigen Engagement von dem Kreisvorsitzenden Hermann Folberth mit Gattin Marianne, was Staatssekretär Josef Zellmeier bei seiner Festansprache nicht hoch genug loben konnte. „Das ist der einzige Tag der Heimat in ganz Niederbayern der jedes Jahr stattfindet“. Zellmeier führte aus was alles unternommen werde um die Erinnerung nicht erlöschen zu lassen. So werde derzeit ein sudetendeutsches Museum in München errichtet, ein Kulturzentrum für Deutsche aus Russland in Nürnberg geschaffen, in Straubing gebe es bereits das Schlesische Schaufenster.

„Starkes Signal für ein gemeinsames Europa“

Landrat Franz Meyer brachte es in seiner Rede auf den Punkt: die Heimatvertriebene blicken nicht nur zurück, sie blicken voraus in die Zukunft, sie sind die besten Brückenbauer, denn sie tragen beides in sich:  „Die Heimat ihrer Herkunft und die Heimat der Gegenwart“, sagte er. Er nannte den Tag der Heimat „eine verlässliche und not wendige Konstante“, gerade jetzt und heute, da wir unruhige Zeiten erleben. Gerade die Gerechtigkeit ist es, die uns dazu mahnt, die Erinnerung an die Opfer und das Unrecht wach zu halten. Dieses Gedenken mahnt uns gleichzeitig, an die Zukunft zu denken. Genau das sagt uns das diesjährige Motto, denn nur wenn wir das Unrecht der Vergangenheit benennen und beseitigen, können wir eine Zukunft ohne Erblast gestalten. Zweiter Bürgermeister Urban Mangold würdigte das Tun und Wirken der Heimatvertriebenen besonderes dafür, dass sie ein starkes Signal für ein gemeinsames Europa senden würden, „Das ist eine gute Richtung für unser Land“, betonte er.

 

Eingangs hatte Hermann Folberth den Sinn des Gedenktages erläutert. „Es ist der Tag, an dem wir an das Leid und die Opfer erinnern, die die Deutschen in Mittel-, Ost- und Mitteleuropa zu beklagen hatten – sei es als Vertriebene, als Flüchtlinge, als Aussiedler oder Spätaussiedler“. Man wolle heute aber auch den Blick auf die Gegenwart und die Zukunft richten. “ Die Öffentlichkeit soll uns sehen, unsere Geschichte hören, unser Schicksal würdigen, unseren Wunsch nach Gerechtigkeit und Frieden verstehen und unterstützen“.

Beim Festakt mit dabei: (v.l.) Tittlings Bürgermeister Helmut Willmerdinger, Landrat Franz Meyer, Vilshofens 2. Bürgermeister Chreistian Gödel, Staatssekretär Josef Zellmeier, Passaus 2. Bürgermeister Urban Mangold, Marianne u. Hermann Folberth BdV. Kreisvorsitzender Passau Stadt und Land sowie Bezirksvorsitzender Horst-Falko Billek.

Was das Leitwort 2018 angeht sagte Folberth, greife in doppeltem Sinne ureigene Interessen des Verbands auf, denn Vertriebene und Spätaussiedler stünden wie kaum eine andere Bevölkerungsgruppe für ein vereintes Europa. Als Beispiel nannte er die Reisefreiheit in die alten Heimatgebiete, den Kontakt mit den dort lebenden Menschen. „Dies ist für uns ein hohes Gut“. Der Einsatz des BdV und seiner Landsmannschaften und Landesverbände für die grenzüberschreitende Verständigung auf allen Ebenen sei in seiner Bedeutung gerade heute nicht hoch genug einzuschätzen.

Marianne Folberth, Schriftführerin BdV- KV Passau und Vorstandsmitglied im BdV- Bezirk Niederbayern, verlas das Grußwort zum Tag der Heimat von der Beauftragten der Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Sylvia Stierstorfer.

Da Heimat und Brauchtum unzertrennlich zueinander gehören, durfte beim Festakt die kulturelle Komponente nicht fehlen. D`Wolfachtaler Iglbach waren mit rund 40 Mitgliedern gekommen, boten mit ihrer Kindertanzgruppe, der Ziachmusi, dem Frauengesang und der Volkstanz- und Landlergruppe die volle Bandbreite. Auch der Chor Deutsch-Russischer Gesellschaft Passau erfreute mit seinen Darbietungen die Teilnehmer im Großen Rathaussaal in Passau.

Mit „Bayerischen Löwen“ wurden folgende Persönlichkeiten: Landrat Franz Meyer, 2. Bürgermeister Urban Mangold und Staatssekretär Josef Zellmeier, für lange Treue zur jährlichen Veranstaltung zum Tag der Heimat, von Hermann und Marianne Folberth ausgezeichnet.

Bereits am Vormittag hatten sich zahlreiche Gäste am Denkmal der Vertriebenen vor der Kirche in Heining / Passau getroffen, um gemeinsam an die Opfer von Flucht und Vertreibung des zweiten Weltkrieges zu gedenken. Es wurden zwei Kränze niedergelegt einer vom BdV – KV Passau und einer vom BdV – Bezirk Niederbayern.

Marianne Folberth

 


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