Suche nach Zeitzeugen zum Thema Zwangsarbeit nach 1945

Sehr geehrte Damen und Herren,

erlauben Sie mir, mich mit meinem Anliegen kurz vorzustellen. Ich bin Dokumentarfilm-
Regisseur und bereite derzeit mit der Münchner Filmproduktionsfirma Tellux eine TVDokumentation für das öffentlich-rechtliche Fernsehen vor, in der es um das Thema Zwangsarbeit nach dem 2. Weltkrieg gehen wird. Nach Kriegsende kam es zu großen Umsiedlungsprozessen in den ehemaligen deutschen Ost-Gebieten. Etwa 12-15 Millionen Menschen mit deutschem Pass oder deutschem Hintergrund wurden vertrieben oder sind geflohen. Etwa 4 Millionen Zivilisten wurden für Zwangsarbeit in Tschechien, Polen, Rumänien, der Ukraine oder Russland – teils als lebende Reparationszahlungen – eingesetzt, um den von Deutschland verschuldeten Schaden wieder gut zu machen.
Sich dem Thema deutscher Zwangsarbeiter im Osten filmisch anzunähern stellt in mehrerlei Hinsicht eine Herausforderung dar. Denn die wichtige Frage ist, wie die Erinnerung an deutsche Opfer nach dem Krieg, an die Opfer von Vertreibung und Zwangsarbeit, zugelassen werden kann ohne die Erinnerungsarbeit an die vielen Opfer des NS-Regimes nicht zu verwässern. Ein ehrlicher, den Fakten treuer Blick auf das Leid der etwa vier Millionen Zwangsarbeiter, die eine Art kollektiver Sühneleistung für die Verbrechen der Nationalsozialisten zu leisten hatten, kann ein neuer und wichtiger Mosaikstein unserer Erinnerungskultur werden.
Haben Sie selbst oder Mitglieder Ihrer Familie nach 1945 Zwangsarbeit in osteuropäischen Ländern oder der Sowjetunion geleistet? Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir Ihre Geschichte anvertrauen würden und wir ins Gespräch kommen können.
Wissend, dass die Ereignisse etwa 70 Jahre zurückliegen, bin ich auch an Dokumenten, Briefen oder Notizen interessiert, in denen persönliche Geschichten schon aufgeschrieben wurden – vielleicht auch von schon verstorbenen Familienmitgliedern.
Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich bei mir unter der E-Mail-Adresse alex@alexanderlandsberger.de melden würden.

Bitte leiten Sie diese Nachricht an Ihre Familienmitglieder, Freunde und alle, die bei
meiner Recherche behilflich sein könnten, weiter.

Mit freundlichen Grüßen,
Alexander Landsberger