Kulturelle Vielfalt gegen ideologische Einfalt. Ungarn begeht Gedenktag für die vertriebenen Deutschen

Am 19. Januar 2019 begeht Ungarn seinen jährlichen Gedenktag zur Erinnerung an die Vertreibung der Ungarndeutschen. Im Dezember 2012 einstimmig in der ungarischen Nationalversammlung verabschiedet, wurde der Gedenktag im Januar 2013 zum ersten Mal feierlich begangen.

BdV-Präsident Dr. Bernd Fabritius erklärt hierzu: „Ungarn hat früh erkannt, dass mit einer konsequenten Aufarbeitung dunkler Kapitel der eigenen Geschichte große Chancen verbunden sind. Ich bin dankbar für die Anerkennung, dass nach dem Zweiten Weltkrieg Menschenrechte verletzt wurden und dass kulturelle Vielfalt – nicht ideologische Einfalt – schon immer Teil des Landes war. Heute gehören die angestammten Minderheiten ganz selbstverständlich zur ungarischen Gesellschaft. Ihre Sprache, ihre Identität und ihre politische Vertretung werden gefördert.“

Zwischen den vertriebenen Ungarndeutschen und den Deutschen in Ungarn erleichtere dies den seit Jahrzehnten auf der Verbandsebene geleisteten Brückenbau und wirke dadurch in die übrige Gesellschaft hinein.

„Menschenrechte sind aber unteilbar“, mahnt Fabritius. „Gerade in Zeiten spaltender nationalistischer Tendenzen überall auf der Welt und auch in Teilen Europas wird sich der Bund der Vertriebenen daher auch weiterhin für eine Verständigung auf der Basis von Wahrheit und für die Einhaltung sämtlicher Menschenrechte einsetzen.“

Dies sei seit der Charta der deutschen Heimatvertriebenen vor rund sieben Jahrzehnten ein wichtiger Beitrag zur Friedenssicherung in Europa, betont der BdV-Präsident und weist damit auf das Leitwort des Verbandes für 2019 Menschenrechte und Verständigung – Für Frieden in Europa hin.

Preesemitteilung des BdV-Bundesverbandes vom 18.1.2019