Vertriebenenpolitik: Bayern setzt die Maßstäbe

Am 8. Oktober 2019 waren die Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Sylvia Stierstorfer, MdL, der Landesvorstand des Bundes der Vertriebenen unter Leitung des BdV-Landesvorsitzenden Christian Knauer und die Landesvorsitzenden der in Bayern aktiven Landsmannschaften zu Gast in der Bayerischen Staatskanzlei. Auf Einladung des Leiters der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Dr. Florian Herrmann diskutierten sie über aktuelle Fragen der Vertriebenen- und Aussiedlerpolitik und die Rolle der Vertriebenenverbände in einer sich ständig wandelnden Gesellschaft.

In seiner einleitenden Rede betonte Staatsminister Dr. Herrmann die Bedeutung der Erinnerungskultur: „Die Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler sind fester Bestandteil Bayerns und bereichern seit Jahrzehnten unsere Heimat. Sie stehen für Einheit in Vielfalt in Europa. Das Gedenkjahr 2020 wird vermutlich zum letzten Mal maßgeblich von der Erlebnisgeneration gestaltet. Umso wichtiger ist das Weitergeben der Erinnerung, damit die Verbundenheit auch jüngerer Generationen mit den eigenen historischen Wurzeln gewahrt bleibt.“

Dafür bietet Bayern nach einhelliger Meinung der Anwesenden beste Voraussetzungen. Schließlich, so BdV-Chef Knauer, leiste der Freistaat mehr für die Vertriebenen und Aussiedler als jedes andere Land. Das zeige sich nicht nur an einer in den letzten Jahren aufgestockten finanziellen Förderung, sondern noch mehr darin, dass die Staatsregierung auch auf Bundesebene zugunsten der Belange der Vertriebenen und Aussiedler eintrete und sich die Betroffenen von ihr jederzeit auf Augenhöhe behandelt fühlen würden. Als Beispiel nannte er den Einsatz des Freistaats für eine gerechte Rentenregelung für die Spätaussiedler, und die damit verbundene Anerkennung von deren Lebensleistung.

Der Leiter des Heiligenhofs und Landesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Steffen Hörtler, dankte der Staatsregierung für ihren Beitrag zu einem besseren Verhältnis zu Tschechien. Die Sudetendeutschen würden dank des bayerischen Einsatzes mittlerweile auch von der tschechischen Seite als Partner und Brückenbauer angesehen.

Sylvia Stierstorfer zeigte sich überzeugt, dass man den „Fokus noch stärker auf die Herkunftsländer legen“ solle. Dafür seien die Landsmannschaften ideale Türöffner. Außerdem solle man das Gedenkjahr 2020 auch zum Anlass nehmen, die Themen „Flucht und Vertreibung“, „Pflege des deutschen Kulturerbes im Osten“ und „Verständigung mit den Nachbarn im Osten“ stärker im Unterricht zu vermitteln. „Das kommende Gedenkjahr sollte uns den Anstoß geben, die damaligen Ereignisse und was wir daraus lernen können, stärker in die Schulen hineinzutragen. Dieses Erbe ist ein wichtiger und wertvoller Schatz“, so die Beauftragte, die im kommenden Jahr ein „Jugendforum“ für junge Nachkommen der Heimatvertriebenen und junge Aussiedler plant.

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Bild: Frau Stierstorfer, Beauftragte der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebenen (vorne, zweite von links), Staatsminister Dr. Florian Herrmann, Leiter der Staatskanzlei (vorne, dritter von links) und Christian Knauer, Landesvorsitzender des Bundes der Vertriebenen (vorne, Mitte) im Kreise des BdV-Landesvorstands und der bayerischen Landesvorsitzenden der Landmannschaften. Bildquelle: Bayerische Staatskanzlei

PM der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene vom 8. Oktober 2019