Mit Ehrengaben zum Kulturpreis 2020 wurden in diesem Jahr die „Stiftung Schlesien.Bayern –MMIX“ für ihr Schlesisches Schaufenster in Straubing“ und die Stadt Geretsried für ihr Stadtmuseum bedacht. BdV-Landesvorsitzender Christian Knauer und der oberbayerischen BdV-Bezirksvorsitzende Paul Hansel würdigten in einer Laudatio die kulturellen Leistungen beider Einrichtungen.
In zahlreichen Arbeitseinsätzen und in unzähligen Arbeitsstunden wurde das Museum rein ehrenamtlich eingerichtet. Die Nichtstaatlichen Museen in Bayern begleiteten das Vorhaben beratend, der Freistaat Bayern unterstützte es finanziell. Ein Aufruf, Objekte für das Museum zur Verfügung zu stellen, übertraf alle Erwartungen. Es wurden mehr Exponate gestiftet als ausgestellt werden können. Seit der Eröffnung bringt sich das Museum auch in das Straubinger Kulturleben ein, indem es jährlich Veranstaltungen, Vorträge, Lesungen oder Ausstellungen durchführt.
Bei einem Rundgang wird den Besuchern unter anderem nicht nur eine große Übersichtskarte mit deutschen Siedlungsgebieten im östlichen und südöstlichen Europa gezeigt, sondern auch Ansichten der alten Heimat, wie ein Treckwagen einer Flüchtlingsfamilie aus Pusztavám (Ungarn) oder Musikinstrumente aus Böhmen. Anschauliche Inszenierungen geben Einblicke in das Entstehen der Kommune auf Grundlage zweier Rüstungsbetriebe, die das kulturelle und wirtschaftliche Erbe der Heimatvertriebenen nachhaltig dokumentieren. Im Kino berichten unterschiedliche Zeitzeugen über ihre Ankunft in Geretsried nach Flucht und Vertreibung. Durch aktuelle Wechselausstellungen und museumspädagogische Aktionen hält das Museum das Besucherinteresse wach. Die Stadt Geretsried hat mit seinem Museum einen Ort geschaffen, der an die reiche Geschichte und Kultur der Deutschen aus dem Osten und Südosten erinnert. Gleichzeitig mahnen die unterschiedlichen Darstellungen von Heimat und Heimatverlust zum Frieden in Europa.
