Website-Icon Bund der Vertriebenen

Farbenfrohes Fest: Moosburg feierte 60 Jahre Hodschager Kirchweih und 45 Jahre Hodschager Heimatverein

Jubiläumsfeier: 60 Jahre Hodschager Kirchweih und 45 Jahre Hodschager Heimatverein Moosburg. Foto: Harald Judas

Ein ganz besonderes Jubiläum stand in diesem Jahr in Moosburg an der Isar im Kalender: „60 Jahre Hodschager Kirchweih und 45 Jahre Hodschager Heimatverein Moosburg“. Dieses doppelte Jubiläum wurde am zweiten Oktoberwochenende mit einem Fest gefeiert, das in seiner Herzlichkeit, Vielfalt und gelebten Tradition einen bleibenden Eindruck hinterließ. Trachtengruppen aus dem In- und Ausland waren angereist, um gemeinsam die donauschwäbische Kultur lebendig werden zu lassen.

Den feierlichen Auftakt des Festabends bildete in der Schäffler-Halle ein klassischer Walzer, getanzt von den Trachtengruppen. Schon nach wenigen Takten war spürbar, dass dieser Abend ein Fest für alle Sinne werden würde: Musik, Trachten, Lachen, Begegnung. Die Halle füllte sich rasch mit Gästen aus Moosburg, den umliegenden Gemeinden und mit donauschwäbischen Landsleuten aus ganz Deutschland. Besonderen Applaus ernteten die Darbietungen der Trachten- und Tanzgruppen aus Gomaringen, Reutlingen und dem ungarischen Taks, die mit ihren Vorführungen für Begeisterung sorgten. „Das sind einfach wahnsinnige Tanzeinlagen“, lobte Bürgermeister Josef Dollinger begeistert. Er erinnerte an die lange Tradition der Hodschager Kirchweih: „Früher kamen die Menschen aus der ganzen Welt hierher, um gemeinsam zu feiern. Es war immer ein großes Familienfest – und das spürt man auch heute noch.“ So war das Fest nicht nur eine „Feier der Gegenwart“, sondern auch eine Hommage an die Geschichte. In seiner Ansprache erinnerte das Stadtoberhaupt daran, dass vor 80 Jahren viele donauschwäbische Heimatvertriebene nach dem Krieg in Moosburg eine neue Heimat fanden. Dank ihres Fleißes und ihres unermüdlichen Einsatzes hätten sie entscheidend zum Wiederaufbau der Stadt beigetragen.

1973 übernahm Moosburg die Patenschaft für die frühere Kreisgemeinde Hodschag im heutigen Serbien. In diesem Zuge wurde auch das „Haus der Heimat“ errichtet – zunächst in einer Baracke in der Schlesierstraße, später an seinem heutigen Standort in der Hodschager Straße. Diese Patenschaft steht bis heute für eine tiefe Verbundenheit zwischen den Moosburgern und den donauschwäbischen Landsmannschaften.

Ein weiteres „Highlight“ des Festes war die Teilnahme weiterer Tanz- und Trachtengruppen. So waren auch die Riesengebirgs-Trachtengruppe München, die Donauschwäbische Trachtengruppe aus Freising, der Schwabenverband Albstadt-Balingen, die Isartaler aus Moosburg und die Egerländer sowohl aus München wie aus Moosburg mit dabei. Die Tanzgruppen führten, begleitet von Blasmusik, traditionelle Tänze aus ihren Regionen mit Drehern, Hebern und schwungvollen Walzern auf. Immer wieder brandete Applaus auf, wenn die Damen elegant durch die Luft gewirbelt wurden. „Ihr bringt ein Stück donauschwäbische Heimat, Musik und Lebensfreude zu uns nach Moosburg – dafür ein herzliches Dankeschön“, sagte die Hodschager Vereinsvorsitzende Anna-Maria Förster sichtlich bewegt. Bereits am Vormittag hatten die Feierlichkeiten mit einem festlichen Empfang am Haus der Heimat begonnen. Ein Trachtenfestzug durch die Moosburger Innenstadt führte die Gruppen und Gäste zusammen. Im anschließenden Festgottesdienst wurde derer gedacht, die ihre Heimat verloren und in Moosburg eine neue Zukunft gefunden haben. Dieses Totengedenken ist fester Bestandteil der Kirchweihfeier und Ausdruck einer gelebten Erinnerungskultur. Am Abend folgte dann der große Festakt in der Schäfflerhalle, mit Grußworten von Bürgermeister Josef Dollinger, der Vize-Landrätin Anita Meinelt, der Landesvorsitzenden der Donauschwaben in Bayern, Stephanie Schmidmair, sowie des Bundesvorsitzenden der Donauschwaben, Jürgen Harich. Mit Musik des „Original Banater Echos“ und der „Donaumusikanten“, Tanz und kulinarischen Spezialitäten wie der Hodschager Bratwurst mit Krautsalat feierten die Gäste ausgelassen bis in die Nacht hinein. Das Fest war geprägt von Freude, Begegnung und einer spürbaren Dankbarkeit für das gemeinsame kulturelle Erbe.

Mit 60 Jahren Kirchweih und 45 Jahren Vereinsgeschichte zeigt der Hodschager Heimatverein eindrucksvoll, dass donauschwäbisches Brauchtum auch im 21. Jahrhundert lebendig bleibt – getragen von Musik, Tanz, Gemeinschaft und einer großen Portion Lebensfreude. Ein besonderer Dank geht an die Organisatoren Manuel und Patrick Förster!
Text/Foto Harald Judas

Die mobile Version verlassen