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Vorbildliches Engagement: Dr. Stefan Daubner erhält BdV-Kulturpreis 2025 – Ingolstädter Tanzgruppen erhielten Ehrengaben

Strahlende Gesichter bei der Vergabe des BdV-Kulturpreises. Von links: Vertreter der Tanzgruppe der Banater Schwaben, Laudatorin Ramona Sobotta, BdV-Landesvorsitzender Dr. h.c. Christian Knauer, Schulleiter Dietmar Boshof mit Preisträger Dr. Stefan Daubner, Altministerpräsident Dr. h.c. Horst Seehofer und die Siebenbürgisch-Sächsische Jugendtanzgruppe. Foto: Susanne Marb

Im Rahmen der Zentralveranstaltung zum „Tag der Heimat“ am 9. November wurde der BdV-Kulturpreis 2025 mit zwei zugehörigen Ehrengaben verliehen. Seit 2013 zeichnet der BdV-Landesverband Bayern, dank der Unterstützung durch den Freistaat Bayern, herausragende künstlerische, literarische oder wissenschaftliche Beiträge zu Themen der Vertriebenen und Spätaussiedler oder der deutschen Siedlungsgebiete in Ost- und Südosteuropa und solche aus dem Bereich der Brauchtumspflege aus. Der Kulturpreis besteht aus dem Hauptpreis, der mit 2.000 Euro dotiert ist, sowie bis zu zwei Ehrengaben mit einer Ausreichung von jeweils 500 Euro. Die Preise werden von einer fünfköpfigen Jury vergeben, von denen zwei Mitglieder durch das für die Heimatvertriebenen jeweils zuständige Staatsministerium und drei Mitglieder vom BdV-Landesvorstand berufen werden.

Für seine herausragenden Leistungen im künstlerischen Bereich, die das Verhältnis zwischen den Deutschen und den Völkern und Staaten Ost- und Südosteuropas in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zum Gegenstand hatten, überreichte der frühere Ministerpräsident Dr. h.c. Horst Seehofer gemeinsam mit BdV-Landesvorsitzendem Dr. h.c. Christian Knauer dem Musiklehrer und Komponisten, Dr. Stefan Daubner, vom Schyren-Gymnasium in Pfaffenhofen/Ilm, den Kulturpreis 2025. Für den in Scheyern lebenden Lehrer spielt in der schulischen Bildungsarbeit die Vermittlung europäischer Werte wie Demokratiebildung und Friedenserziehung sowie kulturelle und sprachliche Bildung eine herausragende Rolle. Durch das gemeinsame Musizieren und eigene Kompositionen gelingt es ihm seit Jahren, das Interesse und die kulturelle Offenheit in Richtung Osteuropa seinen Schülerinnen und Schülern erfolgreich zu vermitteln. In getrennten Proben und gemeinsamen Aufführungen seiner musikalischen Werke, wird anhand von Einzelschicksalen unterschiedlicher Nationalitäten nicht nur das Interesse für die gemeinsame Geschichte Deutschlands und seiner östlichen Nachbarländer geweckt, sondern es werden auch Schulpartnerschaften initiiert und dauerhafte zwischenmenschliche Freundschaften begründet.

Mit seinen Musicals „Gisela und Stephan“, „TISA – eine Liebe ohne Grenzen“, „Eure Freiheit ist unsere Freiheit“ sowie die Barock-Oper „Dido und Aeneas“ hat er durch seine mehrsprachigen Produktionen junge Menschen aus Ungarn, Serbien, Tschechien, Polen und Deutschland zusammengeführt und somit einen großen Beitrag als echter „Brückenbauer“ zwischen den europäischen Völkern und besonders ihren jungen Menschen in Europa geleistet. Er ergänzt und bereichert damit die fortlaufenden Bemühungen seines Gymnasiums, die Kenntnisse über die historischen Verflechtungen unseres Volkes und seiner Nachbarn vorurteilsfrei, objektiv und umfassend zu vermitteln.

Mit einer Ehrengabe wurde die Siebenbürgisch- Sächsische Jugendtanzgruppe aus Ingolstadt bedacht. Oberbayerns BdV-Bezirksvorsitzender Paul Hansel würdigte in einer kurzen Laudatio die besonderen Leistungen der Jugendtanzgruppe im Hinblick auf die Pflege, den Erhalt und die Weiterentwicklung des siebenbürgisch-sächsischen Volkstanzes. Seit nahezu 20 Jahren nutzen über 30 engagierte Mitglieder jede Gelegenheit, ihr Repertoire aus Volkstänzen ihrer Heimatregion vorzustellen und dabei ihre teilweise seit Generationen vererbten Trachten zu präsentieren. Nicht fehlen dürfen dabei Auftritte beim jährlich stattfindenden Heimattag der Siebenbürger-Sachsen in Dinkelsbühl, bei den Haferland-Kulturwochen in Rumänien oder dem Internationalen Folklorefestival „Europeade“. Durch Fleiß, Zusammenhalt und Können ist die Gruppe heute fester Bestandteil des kulturellen Lebens ihrer „neuen“ Heimatstadt Ingolstadt. So ist sie beim Volks- und Bürgerfest, dem Kronenfest, bei Bällen oder Gottesdiensten nicht mehr wegzudenken. Die Kombination aus Tradition, jugendlichem Elan und Gemeinschaftssinn macht die Jugendtanzgruppe zu einem besonderen Aushängeschild der Siebenbürger Sachsen. Dabei steht nicht nur das Tanzen, sondern auch Spaß, Freundschaft und die gemeinsame kulturelle Identität im Mittelpunkt. Sie ist ein nachahmenswertes Beispiel gelebter Kultur und Zusammenhalt über Generationen hinweg.

Zweiter Empfänger einer Ehrengabe war die Tanzgruppe der Banater Schwaben aus Ingolstadt. Laudatorin Ramona Sobotta würdigte in herzlicher Weise das besondere Streben der Tanzgruppe, die überlieferten Sitten, Bräuche und Traditionen des schwäbischen Banats in Ehren zu halten und sie aus innerster Überzeugung getreu dem Motto „Erreichen die Wurzeln das Wasser, wachsen die Zweige zum Himmel“ weiter zu tragen. Damit versuche die Gruppe sicherzustellen, dass sich auch die nächsten Generationen am überlieferten Kulturgut erfreuen können. Mit Elan und Freude bereichert das farbenfrohe Ensemble landsmannschaftliche Veranstaltungen, wie die „Schwäbischen Nachmittage“, Sommerfeste oder Weihnachtsfeiern. In ganz besonderer Weise fühlt es sich aber seinen älteren Landsleuten verpflichtet. So bietet sie den Seniorinnen und Senioren im „Josef-Nischbach-Haus“ mit seinen Auftritten und Programmen Abwechslung im Alltag und zaubert immer wieder ein Lächeln in deren Gesichter.

Am Beispiel der Tanzgruppe der Banater Schwaben sei, so Sobotta, auch der Wert einer aktiven Kinder- und Jugendarbeit abzulesen. Aus der im Jahr 2008 gegründeten Kindergruppe hätte sich heute ein farbenprächtiger Kulturträger mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und Mitwirkenden über alle Altersgruppen hinweg entwickelt. Ob in aufwändiger „Kerweihtracht“, in der einfacheren „Blaufärbertracht“ oder im klassischen Dirndl und Lederhose, bilde die Gruppe heute eine sichtbare und stabile Brücke zwischen alter und neuer Heimat.

Bei der Übergabe beider Ehrengaben assistierte stellvertretend für den Bayerischen Landtag der Ingolstädter Stimmkreisabgeordnete Alfred Grob (CSU).
Text: Susanne Marb

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