- in den letzten drei Jahren in Bayern erstellt oder veröffentlicht wurden.
- Themen der Vertriebenen oder Spätaussiedler in Deutschland, des deutschen Ostens oder der deutschen Siedlungsgebiete in Ost- und Südosteuropa behandelten.
- das Verhältnis zwischen den Deutschen und den Völkern und Staaten Ost- und Südosteuropas in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zum Gegenstand hatten.
Er besteht aus dem Hauptpreis – einer Urkunde und einer Dotation bis zu 2.000 Euro – sowie bis zu zwei Ehrengaben. Für die Verleihung vorschlagsberechtigt sind die BdV-Kreis- und Bezirksverbände, die landsmannschaftlichen Landesverbände sowie die Mitglieder des Landesvorstandes des BdV Bayern. Der Kulturpreis wird vom Landesvorstand des BdV Bayern auf Vorschlag einer Jury vergeben. Die Jury besteht aus Vertretern des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales und des BdV-Bayerns. Bis zur öffentlichen Bekanntgabe der Preisträger wird Verschwiegenheit über das gesamte Verfahren gehalten.

Preisträger
Kulturpreis 2024
Kulturpreis 2024 für „Original Banater Dorfmusikanten“ München
Ehrengaben für Altbürgermeister Anton Neumaier
sowie Gründungsdirektor Wolfgang Freyberg

Bei der landesweiten Auftaktveranstaltung zum „Tag der Heimat“ im bis auf den letzten Platz besetzten Sudetendeutschen Haus in München, wurden Mitte September der BdV-Kulturpreis 2024 und die beiden zugehörigen Ehrengaben vergeben. Die Würdigung der Leistungen des Preisträgers nahm BdV-Landesvorsitzender Dr. h.c. Christian Knauer, jene der Empfänger der Ehrengaben Landesschatzmeister Paul Hansel und Landesschriftführer Christoph Stabe vor.
Für seine über 40-jährige Unterstützung der Heimatvertriebenen in der Stadt Moosburg an der Isar wurde Altbürgermeister Anton Neumaier, im Beisein seines Nachfolgers Josef Dollinger, geehrt. Während seiner kommunalpolitischen Tätigkeit hat sich der sozialdemokratische Politiker beim donauschwäbischen Heimatverein als Ausschussmitglied und als Redakteur des „Hodschager Blättli“ engagiert. Weiter hat er in vorbildlicher Weise die Patenschaften seiner Stadt mit den aus Serbien vertriebenen Hodschagern und jenen aus der Stadt Königsberg an der Elbe gepflegt. Ein besonderes Augenmerk widmet er bis heute dem „Haus der Heimat“, in dem sechs Heimatvereinigungen ihr Zuhause gefunden haben. Eindeutig ist Anton Neumaiers Haltung bei der Bewertung von Vertreibungen. Er brandmarkt sie „als Verbrechen und schlimmes Unrecht“, warnt aber zugleich vor Rache, die erneutes Unrecht schaffen würde. Für sein engagiertes Miteinander wurde der Altbürgermeister bereits vor Jahren von der Landsmannschaft der Donauschwaben mit der Prinz-Eugen-Medaille in Silber und in Gold ausgezeichnet.
Mit der zweiten Ehrengabe wurden die besonderen Leistungen des Gründungsdirektors des Kulturzentrum Ostpreußens in Ellingen, Wolfgang Freyberg, gewürdigt. In den Jahren seiner beruflichen Tätigkeit gelang es ihm, die 1985 in sechs Räumen im Erdgeschoss des Westflügels des ehemaligen Deutschordensschlosses untergebrachte Einrichtung zu einem „ausstrahlenden Schaufenster zur Geschichte und Kultur Ostpreußens“ auf drei Etagen mit einer Nutzfläche von mehr als 1.500 qm zu entwickeln. Mit einer ansprechenden Dauerausstellung und vielen Sonderausstellungen, den dazugehörigen Publikationen und Vorträgen begeistert das Zentrum heute nicht nur die eigenen Landsleute, sondern auch Schulklassen, Besuchergruppen und an der Geschichte interessierte Einzelpersonen. Voller Anerkennung könne man, so Christoph Stabe, feststellen, dass sich die einst unscheinbare Einrichtung „in ein prächtig gestaltetes, weit ausstrahlendes Schaufenster zur Geschichte und Kultur Ostpreußens verwandelt hat“.
Hervorgehoben wurde auch das Engagement des Preisträgers im heute polnischen Ostpreußen. Nahezu jährlich führte Wolfgang Freyberg im Rahmen der grenzüberschreitenden Kulturarbeit, oftmals gemeinsam mit polnischen, russischen und litauischen Einrichtungen, Sonder- und auch Kabinettausstellungen durch. Großes Interesse wecken dabei im südlichen Ostpreußen installierte zweisprachige Ausstellungen zur Geschichte einzelner Städte. Dabei gelang es ihm, bei den heute in der ehemaligen deutschen Provinz lebenden Bewohnern, das Wissen über die Geschichte und Kultur Ostpreußens zu erweitern. Freybergs Ehrgeiz hat nicht in erster Linie der wissenschaftlichen Landesgeschichtsforschung, sondern stets „der Vermittlung und Erhellung verschütteter Welten“ gegolten.
Aus der Hand von Wissenschaftsminister Markus Blume durften schließlich die „Original Banater Dorfmusikanten“ aus München den Kulturpreis 2024 entgegennehmen. In seiner Laudatio hatte BdV-Landesvorsitzender Dr. h.c. Christian Knauer zuvor besonders deren „generationenübergreifende Pflege der ostdeutschen Kultur“ herausgestellt. Der Preisträger genieße heute eine überregionale Bekanntheit und erfreue sich, durch eine ständig gestiegene musikalische Qualität, über ein hohes Ansehen. Auch wenn der „Große Schwabenball“ in der Landeshauptstadt bis heute einen festen Termin im seinem Kalender darstellt, sei die Tätigkeit der Musiker nicht auf die Vertriebenenverbände oder die Stadt München beschränkt. Mit ihren regelmäßigen Auftritten in Rumänien wirken sie als echte Brückenbauer zwischen den Völkern. Die 2008 gegründete Musikkapelle lege, so Knauer, bei ihren Auftritten stets ein überzeugendes Beispiel für das musikalische Schaffen ihrer Heimatregion, dem Banat, ab.
Das breite Spektrum ihrer Arrangements zeige sich beispielsweise auf der „Oidn Wiesn“, wo sie die Banater Tanzgruppe begleite, oder bei ihren Auftritten im „Senioren-Zentrum Josef Nischbach“ in Ingolstadt. Gerne blase die Kapelle aber auch mal den Politikern der CSU-Landesgruppe oder in der Union der Vertriebenen „kräftig den Marsch“. Einen besonderen Dank zollte der Laudator den früheren und heutigen Leitern und Organisatoren der Gemeinschaft, Laura Schwartz, Helmut Baumgärtner und Walter Prinz aus. Ohne deren ehrenamtlichen Einsatz wäre das im wahrsten Sinne des Wortes „harmonische Zusammenspiel“ nicht möglich.
Kulturpreis 2023
Auch im Jahr 2023 wurden bei der Zentralveranstaltung zum „Tag der Heimat“ der BdV-Kulturpreis und die zugehörigen Ehrengaben überreicht. Zum elften Mal würdigte der Vertriebenendachverband damit herausragende künstlerische, literarische oder wissenschaftliche Beiträge zu Themen der Vertriebenen und Spätaussiedler, der deutschen Siedlungsgebiete in Ost- und Südosteuropa oder für solche aus dem Bereich der Brauchtumspflege.
Der Kulturpreis 2023 wurde gemeinsam von der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für Aussiedler und Vertriebene, Sylvia Stierstorfer, MdL, Landrätin Tamara Bischof und dem BdV-Landesvorsitzenden Christian Knauer an das Brauchtums- und Trachtenpuppenmuseum im Heimathaus der Banater Schwaben Würzburg verliehen. Bei der Überreichung der Ehrengabe an Jakob Fischer assistierte der Vertriebenenpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Dr. Helmut Kaltenhauser, bei der Ausreichung an Ernst Schroeder die CSU-Stimmkreisabgeordnete Barbara Becker.
Auszüge aus den Laudationes auf die Preisträger finden Sie in der Pressemitteilung vom 25.09.2023.

Kulturpreis 2022
Während der Zentralveranstaltung zum „Tag der Heimat“ in Waldkraiburg erhielt aus der Hand der Bayerischen Sozialministerin Ulrike Scharf, MdL, die „Urzelnzunft Geretsried“ den BdV-Kulturpreis 2022. Diese erinnert jährlich an eine Sage, die ihren Ursprung in der siebenbürgischen Stadt Agnetheln bei Hermannstadt findet. Als der damalige Marktfleck im Mittelalter erneut von den Osmanen belagert wurde, soll eine beherzte Agnethlerin mit Namen Ursula, im zotteligen Gewand mit einer Kuhglocke ausgerüstet und peitschenknallend aus der Kirchenburg gestürmt und die Türken damit erschreckt und vertrieben haben.
Mit Ehrengaben wurden die russlanddeutsche Publizistin und Kulturjournalistin Nina Paulsen und die Donauschwäbische Singgruppe Landshut ausgezeichnet. Nina Paulsen gehört zu den wichtigsten Stimmen, die über diverse markante Kulturereignisse aus den Bereichen Literatur, Kunst oder Theater kompetent und fundiert recherchiert berichtet. Ihre Kompetenzen schätzen nicht nur ihre Landsleute, sondern ebenfalls angesehene und international bekannte Hochschulprofessorinnen und -professoren, die auf dem Gebiet russlanddeutsche Literatur bzw. Kultur forschen.
Die Donauschwäbische Singgruppe Landshut wurde 1994 als ein loser Verbund gegründet und tritt seit 2004 unter diesem Namen auf. Den rund dreißig Sängerinnen und Sängern gelingt es immer wieder, das Publikum, dank eines abwechslungsreichen Programms und der Qualität der Darbietungen, zu überzeugen. Die Ehrengaben wurden vom BdV-Landesvorsitzenden Christian Knauer, der FDP-Bundestagsabgeordneten Sandra Bubendorfer-Licht und dem Waldkraiburger Bürgermeister Robert Pötzsch überreicht.

Kulturpreis 2021
Im Rahmen einer Feierstunde am 13. November im Sudetendeutschen Haus, wurde der BdV-Kulturpreis und die Ehrengaben verliehen. Die Preise überreichten BdV-Landesvorsitzender Knauer und der Amtschef des Bayerischen Sozialministeriums, Dr. Markus Gruber. Der Hauptpreis ging an die Volkstanzgruppe im BdV-Kreisverband Hof, die Ehrengaben an den Gründungsdirektor der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, Prof. Dr. Manfred Kittel, und an den Seniorenchor der Banater Schwaben in Augsburg.

Kulturpreis 2020
Aus der Hand der Bayerischen Staatsministerin für Arbeit und Soziales, Carolina Trautner erhielt am 20. September, bei der Zentralveranstaltung des BdV zum „Tag der Heimat“ in Augsburg, der Unternehmer und Vorsitzende der gleichnamigen Stiftung, Michael Schmidt, den Kulturpreis 2020. Schmidt ist in seiner Heimat Siebenbürgen und in Deutschland im Bereich der Kultur- und Brauchtumspflege der Siebenbürger Sachsen aktiv.

Kulturpreis 2019
Der bdV-Kulturpreis 2019 wurde im Rahmen des Festaktes anlässlich des 60igsten Bestehen des BdV in der Münchner Residenz feierlich verliehen. Den Kulturpreis übergab Ministerpräsident Dr. Markus Söder an die Böhmerwäldler Sing- und Volkstanzgruppe um Renate Ruchty. Die Ehrengaben zum Kulturpreis erhielten der Heimatforscher Bernhard Fackelmann für sein Wirken in der Landsmannschaft der Banater Schwaben und in seiner Heimatortgemeinschaft sowie die Siebenbürger Blaskapelle München um Wilhelm Spielhaupter. Die Ehrengaben wurden von der Aussiedlerbeauftragten Sylvia Stierstorfer und der bayerischen Ministerin Kerstin Schreyer übergeben.
Kulturpreis 2018
Im besonderen Ambiente der Orangerie in Ansbach wurde am 16. September 2018 der BdV-Kulturpreis an die russlanddeutsche Lyrikerin Maria Schefner vergeben. Ehrengaben zum Kulturpreis erhielten der ehemalige Ministerialbeauftragte im bayerischen Kultusministerium, Hans Schmitzer (Cham) und die Ausstellungskuratorin Martina Kerl aus München. Ersterer wurde für seine Bemühungen um die Verankerung des ostkundlichen Unterrichtprinzips, Kerl für ihre Filmdokumentation „Angekommen – Wir Pommern in Bayern“ und ihr großartiges Engagement bei der Ausstellung „Dr. Pomeranus Bugenhagen“.
Kulturpreis 2017
Der BdV-Kulturpreis 2017 wurde am 17. September am Zentralen Tag der Heimat des Landesverbandes Bayern des BdV in der Stadthalle Grafing vergeben. Den Kulturpreis erhielt der Russlanddeutsche Chor „Heimatmelodie“ aus Augsburg um Chorleiterin Alena Heiser. Die Ehrengaben zum Kulturpreis erhielten der Grafinger Künstler und Bildhauer Fritz Brosig sowie der siebenbürgisch-sächsische Historiker und Publizist Dr. Michael Kroner. Die Vergabe des Kulturpreises übernahm Christian Knauer, Landesvorsitzender des BdV in Bayern.
Kulturpreis 2016
Am 24. September 2016 wurde im Egerland Kulturhaus in Marktredwitz am zentralen Tag der Heimat der BdV-Kulturpreis verliehen. Der Hauptpreis ging an die Stadt Hof für die Ausstellung „Flüchtlinge und Vertriebene in Hof“ im Museum Bayerisches Vogtland. Der Preis wurde von Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner und einer Delegation des Museums entgegengenommen. Dem siebenbürgischen Künstler Radu Anton Maier wurde ein Ehrenpreis für sein Lebenswerk verliehen. Die Filmemacher Renate Stiefl und Horst Peter Wagner erhielten den BdV-Kulturpreis für den Dokumentarfilm „Vom Isergebirge ins Fichtelgebirge. Wie die Gablonzer Glaskunst nach Warmensteinach kam“.
Kulturpreis 2015
Am Samstag, den 19. September 2015 fand in der oberbayerischen Vertriebenenstadt Traunreut der zentrale Tag der Heimat des BdV-Landesverbandes statt. Zum Schluss der Feier zeichnete der BdV-Landesvorsitzende das Tanz- und Folkloreensemble „Ihna“ sowie die Tanz- und Späldeel „Leba“ – nach Flüssen in Pommern benannt und der pommerschen tradition verschrieben – mit dem BdV-Kulturpreis 2015 aus. Joachim Lukas, ein langjähriger verdienter Brückenbauer der Landsmannschaft Schlesien, erhielt ebenso eine Ehrengabe wie der aus Südmähren stammende Komponist Widmar Hader.




