Wallfahrt der Oberschlesier nach Altötting

Foto: Erich Plischke

Als „Glaubenszeugnis für den Frieden“ bezeichnete Kapuzinerpater Marinus Parzinger die 69. Wallfahrt der Oberschlesier nach Altötting. In Zeiten des Umbruchs sei es umso wichtiger, in der Familie und im Glauben Heimat und Halt zu finden. Gerade im Zusammenleben der Generationen würden sowohl die Muttersprache als auch religiöse und kulturelle Traditionen erhalten. Diese wiederum würden Identität stiften, Halt geben und das Leben prägen. Er nahm dabei wohl Bezug auf die Appelle der Ehrenvorsitzenden der Münchener Landsmannschaft, Gertrud Müller, und des dortigen stellvertretenden Kreisvorsitzenden, Norbert Gröner, die „zur Treue im Glauben, Liebe und Hoffnung“ aufriefen. So werde auch Oberschlesien in Deutschland weiterleben.

Die Altöttinger Sankt Anna-Basilika ist nach dem Zweiten Weltkrieg für die über ganz Deutschland verstreuten oberschlesischen Heimatvertriebenen zur „Ersatzheimat“ für den Annaberg bei Oppeln geworden. Über viele Jahre war es für sie unmöglich, in die „alte Heimat“ zu reisen, geschweige denn dort die Pilgertradition ihrer Vorfahren fortzuführen. Seither finden sich jährlich Hunderte von Landsleuten in der oberbayerischen Kreisstadt ein, um ihren festen Glauben zu manifestieren und der heiligen Mutter Anna die Ehre zu erweisen. Der feierliche Hauptgottesdienst wurde erneut vom Heimatchor aus Stroppendorf (Ostroppa) und der Altöttinger Hofmusik musikalisch gestaltet. Bereits am Samstag fand an gleicher Stelle eine Vorabendmesse mit anschließender Lichterprozession statt, die vom Geistlichen Rat Reimund Schrott aus Nördlingen zelebriert wurde. Text: G. M.