
Zügig und harmonisch verlief am 9. November die diesjährige BdV-Landesversammlung in der festlich geschmückten Sportgaststätte des SV Zuchering in Ingolstadt. Schon am Vorabend hatten fleißige Helferinnen und Helfer aus den Reihen des hiesigen BdV-Kreisverbandes Hand angelegt, um der ansonsten doch etwas kühl wirkende Halle ein ansprechendes Aussehen zu verleihen. So wurden Rollups aufgestellt, die Tische mit herbstlichen Kürbisgestecken geschmückt und der Bühnenbereich mit Blumenschmuck festlich dekoriert. Die am frühen Vormittag angereisten etwa 80 Vorstandsmitglieder und Delegierten wurden schließlich mit frischen Butterbrezen, Kaffee und Tee begrüßt und konnten so gestärkt ihre Plätze einnehmen.
In seiner Begrüßung sparte BdV-Landesvorsitzender Dr. h.c. Christian Knauer nicht mit entsprechendem Lob an die Gastgeber. Selten habe man eine derartige Unterstützung im Vorfeld einer Landesversammlung erhalten, wie dies in Ingolstadt der Fall war. Sichtlich erfreut über dieses Kompliment verband BdV-Kreisvorsitzender Manfred Binder sein Grußwort mit der Hoffnung, dass von der Zusammenkunft wichtige Impulse für die kommende Arbeit ausgehen sollten.
Reine Formsachen waren anschließend die Feststellung der fristgerecht erfolgten Ladung, der Beschlussfähigkeit und die Genehmigung der Tagesordnung. Die breite Vielfalt der Aktivitäten des BdV-Landesverbandes wurde schließlich im Bericht des Landesvorsitzenden Dr. h.c. Christian Knauer sichtbar. Mit Hilfe einer PowerPoint-Präsentation erinnerte er an die Sitzungen des Landesvorstandes, die Besuche von Abgeordneten in der Geschäftsstelle und die zahlreichen Kontakte mit den in München ansässigen Generalkonsulaten der ost- und südosteuropäischen Nachbarstaaten. Besonders stolz zeigte sich der Landesvorsitzende, dass seit der letzten Landesversammlung am 8. November 2024 in München die Gespräche mit den Landtagsfraktionen von CSU, SPD, Freien Wählern und Bündnis 90/Die Grünen ihre Fortsetzung fanden. Den zweifellosen Höhepunkt im Bereich der Vertriebenenpolitik stellte ein erstmals in einem deutschen Parlament durchgeführter einschlägiger Gedenkakt im Bayerischen Landtag dar. Aufgrund eines einstimmigen Parlamentsbeschlusses hatte Landtagspräsidentin Ilse Aigner, MdL, hierzu am 29. Oktober in den Bayerischen Landtag eingeladen. Mit der vom Bayerischen Fernsehen direkt übertragenen Veranstaltung unter dem Leitwort „80 Jahre Flucht und Vertreibung – 75 Jahre Verständigung“ habe Bayern erneut Maßstäbe in der Vertriebenenpolitik gesetzt.
Die Mitgliedsverbände sorgten in den letzten zwölf Monaten vor allem durch ihre Jubiläumsveranstaltungen für breite Aufmerksamkeit. So konnten die Landsmannschaften der Deutschen aus Ungarn, der Oberschlesier, der Deutsch-Balten, der Sudetendeutschen, der Banater Schwaben und der Verband der Siebenbürger Sachsen ihr 75-jähriges Bestehen feiern. Auf 70 Jahre blickte der Deutsche Böhmerwaldbund, auf 65 Jahre die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland zurück. Auch auf der Kreisebene und bei den Kulturgruppen wurde mit einer großen Veranstaltungspalette auf die Gründung vor meist über sieben Jahrzehnten zurückgeblickt.
Über ein ungebrochen großes Interesse konnten sich an Pfingsten auch die Veranstalter des 75. Sudetendeutschen Tages in Regensburg und des 75. Heimattages der Siebenbürger Sachsen in Dinkelsbühl freuen. Als Ausdruck „echten Miteinanders und gelebter Solidarität“ bezeichnete der Landesvorsitzende den im Juli erneut feierlich durchgeführten Gedenkakt der Bayerischen Staatsregierung für die Opfer von Flucht und Vertreibung im Münchener Prinz-Carl-Palais. Erfolgreich eingesetzt habe man sich auch beim Bayerischen Rundfunk für die weitere Verwendung der deutschen Orts- und Landschaftsbezeichnungen bei Meldungen und Berichten aus den ehemaligen deutschen Ostprovinzen und dem Sudetenland.
Von geordneten Finanzverhältnissen im Rechnungsjahr 2024 konnten sich die Delegierten schon Wochen vor der Versammlung in aller Ruhe ein Bild machen. Ihnen waren die Berichte über den Rechnungsabschluss und der Revisoren fristgerecht übersandt worden. So konnten sich Schatzmeister Paul Hansel und die Kassenprüferinnen Eva Felber und Cornelia Perecsenyi bei ihren Wortmeldungen auf wenige Eckdaten, des mit 404.960,23 Euro abgeschlossenen Haushalts, beschränken.
Besonders erfreut wurde die Mitteilung des Hauses des Deutschen Ostens entgegengenommen, wonach der Verwendungsnachweis geprüft und als für in Ordnung befunden wurde. Lediglich 745,87 Euro wurden dort als nicht zuwendungsfähig angesehen. Dieser Betrag wurde inzwischen aus Eigenmitteln ausgeglichen.
Einstimmig verabschiedet wurden abschließend der Nachtragshaushalt für das laufende Geschäftsjahr im Umfang von 444.071,01 Euro und der Haushaltsplan für 2026 in Höhe von 401.485,00 Euro. Mit Dankesworten des Bundesvorsitzenden der Sathmarer Schwaben, Thomas Erös, an den Landesvorsitzenden und seine Vorstandsmitglieder für deren „hervorragende Arbeit“ und einem Lob des Versammlungsleiters an das Team der Landesgeschäftsstelle ging die Tagung nach knapp zwei Stunden zu Ende.
Text: Susanne Marb
