Feier mit Überraschung: Glanzvoller „Tag der Heimat“ in Augsburg – Patenschaften mit Reichenberg und der Bukowina

„Tag der Heimat“ in Augsburg mit dem Chor „Heimatmelodie“. Foto: Peter Bermann

Gemeinsam mit dem BdV-Bezirksverband Schwaben beging Ende September im Pfarrheim „Unsere Liebe Frau“ der BdV-Kreisverband Augsburg den „Tag der Heimat“. Eröffnet wurde die Feier traditionsgemäß mit einem Empfang im Foyer, bei dem die eintreffenden Gäste bei Kaffee und einem reichen Angebot an Kuchen ausführliche Gelegenheit zum Gedankenaustausch hatten.

Nach dem Einzug der Fahnenabordnungen, der von der „Banater Musikkapelle“ musikalisch begleitet wurde, sorgte der Russlanddeutsche Chor „Heimatmelodie“ unter der Leitung von Nelli Retunskaja mit dem Lied „Die Gedanken sind frei“ für einen stimmungsvollen Auftakt. Viel Beifall ernteten die 14 Sängerinnen auch für ihre neue Schöpfung „Das ist Augsburg“. Die anschließende Totenehrung wurde von der Blaskapelle unter der Leitung von Gerhard Hipp mit dem Lied vom „Alten Kameraden“ feierlich umrahmt. Ein freudiges Überraschungsmoment erlebte bei ihren Begrüßungsworten BdV-Kreisvorsitzende und Stadträtin Dr. Hella Gerber. Nachdem auf den Tag der Veranstaltung auch ihr Geburtstag fiel, gab es viele spontane Glückwünsche, Blumen, ein Ständchen und viel Applaus von den rund 150 Besucherinnen und Besuchern im vollbesetzten Festsaal. Unter diese hatten sich auch viele Ehrengäste, angeführt von Oberbürgermeisterin Eva Weber als Schirmherrin, der stellvertretenden Bezirkstagspräsidentin Barbara Holzmann als Festrednerin, und BdV-Bezirksvorsitzender Andreas Jäckel, MdL, gemischt. Schließlich fand die Jubilarin dennoch Gelegenheit in nachdenklichen Worten nicht nur auf die Folgen von Krieg und Vertreibung, sondern auch auf die Aufnahme der Heimatvertriebenen und später jener der Aussiedler einzugehen. Während die Anfangsjahre sicherlich schwierig waren, seien die Landsleute und ihre landsmannschaftlichen Gliederungen heute gut im gesellschaftlichen Leben der Stadt integriert.

Viel Beifall erhielt Oberbürgermeisterin Eva Weber, die den Heimatvertriebenen ihren Respekt für deren hohe Bereitschaft beim Wiederaufbau der Stadt und des Landes mitzuwirken, bekundete. Die 1950 verabschiedete „Charta der deutschen Heimatvertriebenen“ sei hierfür wegweisend gewesen und stelle ein bedeutendes Dokument in der deutschen Nachkriegsgeschichte dar. Der Wille zum echten Brückenbau sei auch in der 2001 beschlossenen Städtepartnerschaft zwischen Augsburg und Liberec/Reichenberg sichtbar. Der Heimatkreis Reichenberg, über den 1955 die Stadt die Patenschaft übernahm, sei der wichtigste Wegbereiter hierfür gewesen. Festrednerin Barbara Holzmann (Bündnis90/Die Grünen) würdige in ihrem Beitrag die 80-jährige Friedensperiode in Europa und drückte ihre persönliche Hoffnung aus, dass auch ihren Enkelkindern dieser Frieden erhalten bleibe.

Stolz zeigte sie sich darauf, dass der Bezirk Schwaben zu den „Brückenbauern der ersten Stunde“ gehöre. Aufgrund gemeinsamen partnerschaftlichen Handelns konnten in der ukrainischrumänischen Region Bukowina viele grenzüberschreitende Maßnahmen gefördert und in Gang gesetzt werden. Zwischen den Reden boten die Augsburger landsmannschaftlichen Gruppen kurze Kultureinlagen.

In seinem Schlusswort würdigte BdV-Bezirksvorsitzender Andreas Jäckel, MdL, die Bemühungen der Landsmannschaften und vieler Landsleute im Hinblick auf die Weitergabe des Wissens über die Heimatregionen, der dort gepflegten Traditionen und des Kulturschatzes an die junge Generation.

Seinen Abschluss fand die harmonische und beeindruckende Veranstaltung mit der Nationalhymne und dem Bayernlied. „Es war eine würdige Feier“ bilanzierten die Hauptverantwortlichen des Nachmittags, Dr. Hella Gerber, Annemarie Klein von den Siebenbürger Sachsen und Helene Sauter von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Lobende Worte gab es dabei für die fleißigen Kuchenbäckerinnen sowie für Ramona Sobotta und Elfriede Ungar, die verantwortlich für die kulturellen Beiträge ihrer Gruppen zeichneten.
Text: Luzian Geier