Ehrenvorsitzender Hans Schmuck gestorben: Botschafter der deutsch-ungarischen Freundschaft

Hans Schmuck bei seiner Auszeichnung mit der Goldenen BdV-Ehrennadel während des Traubenballs 2018 in Geretsried. Links BdV-Landesvorsitzender Dr. h.c. Christian Knauer, rechts Schmucks Nachfolger als Landesvorsitzender, Georg Hodolitsch. Foto: Susanne Marb

Am 21. September ist im Alter von 95 Jahren der bayerische Ehrenvorsitzende der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Hans Schmuck, gestorben. Der Verstorbene gehörte der Erlebnisgeneration an. Mit seiner Mutter und seiner Schwester wurde er 1946 in die amerikanische Zone nach Deutschland vertrieben. Trotz dieser traumatischen Erfahrungen fühlte er sich zeitlebens seinen Landsleuten, sowohl in der alten wie in der neuen Heimat, stark verbunden. Schon in seiner Jugend hatte er sich besonders für die Geschichte der Ungarndeutschen interessiert. Das dabei gewonnene Wissen hat er ständig erweitert. Durch viele Gespräche mit Freunden und Landsleuten aus der Erlebnisgeneration, besonders auch mit seinem vor Jahren verstorbenen Freund Sepp Stammler, hatte er viel über das persönliche Schicksal und das Leben seiner ungarndeutschen Landsleute erfahren.

Am 18. Oktober 1995 wurde Hans Schmuck zum Landesvorsitzenden seiner Landsmannschaft gewählt. Dieses Ehrenamt hat er bis 2017 immer gerne und mit großem Verantwortungsbewusstsein ausgeübt. In Georg Hodolitsch hat er einen würdigen Nachfolger gefunden. Als langjähriger Vorsitzender der Südostdeutschen Landsmannschaft Geretsried-Wolfratshausen fühlte sich Schmuck auch den Banater Schwaben und den Donauschwaben freundschaftlich verbunden. 1997 initiierte er die Errichtung der „Ungarndeutschen Stube“ im Haus der Donauschwaben in Haar. Dank seiner ungarischen Sprachkenntnisse – er war in seiner Kindheit zweisprachig aufgewachsen – pflegte er intensiv den Kontakt zur ungarischen Bevölkerung, zu den Redakteuren der in Budapest erscheinenden deutschsprachigen Zeitungen und zum Ungarischen Generalkonsulat in München. Unvergessen blieben für ihn seine Gespräche mit dem ungarischen Staatspräsidenten Ferenc Madl und dem ungarischen Parlamentspräsidenten Làszlo Kövèr in München.

Doch nicht nur auf die Landsmannschaft war das Wirken von Hans Schmuck beschränkt. Drei Amtsperioden gehörte er für die CSU dem Stadtrat von Geretsried an. Ferner war er Mitglied im Beirat des dortigen Museumsfördervereins und in der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Für seine herausragenden Verdienste im Landesausschuss des Bundes der Vertriebenen, wurde der Verstorbene 2018 durch BdV-Landesvorsitzenden Dr. h.c. Christian Knauer mit der Goldenen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet. Seine letzte Ruhestätte fand Hans Schmuck im Waldfriedhof Geretsried.

Text: Christian Knauer