Schöne Tradition: SPD-Landtagsfraktion lud zum 15. Vertriebenenempfang – Persönlichkeiten und Einrichtungen ausgezeichnet

Zum 15. Mal hatte die SPD-Landtagsfraktion am 1. Juli zum Vertriebenen-Empfang ins Maximilianeum nach München eingeladen. Zwar standen auch heuer die Vergabe des „Wenzel-Jaksch-Preises“ und die Auszeichnungen von Persönlichkeiten und Einrichtungen als „Brückenbauer“ im Mittelpunkt, dennoch wurden die rund 200 Gäste von zwei Besonderheiten überrascht. Zum einen war es die Verleihung der silbernen BDV-Ehrennadel durch BdV-Landesvorsitzenden Christian Knauer an den Vertriebenenpolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Volkmar Halbleib, MdL, zum anderen ein beeindruckendes Grußwort der 103-jährigen Ehrenvorsitzenden der Seliger-Gemeinde, Olga Sippl. Frei und mit fester Stimme unterstrich sie die Bedeutung der zur Tradition gewordenen Empfänge. „Das hat alles nichts mit Wahlkampf zu tun – es geht einzig und alleine um die gemeinsame Sache!“ Einhellig begrüßte die noch im Sudetenland in die SPD eingetretene „Genossin“, die gute Zusammenarbeit der Parteien in Vertriebenenfragen im Bayerischen Landtag.

Für die gastgebende Fraktion oblag es Volkmar Halbleib die Preisträger, Ehrengäste und die Funktionsträger aus den Reihen der Landsmannschaften und dem BdV zu begrüßen. Dabei betonte er, dass Flucht und Vertreibung ständig zu den schlimmsten und bedrückendsten Herausforderungen für die Menschheit gehörten. Durch den russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sei das Thema wieder besonders aktuell. Dieser Krieg und der aufkommende Nationalismus in vielen Ländern Europas, machten das Engagement für Frieden und Versöhnung umso wichtiger. Deshalb seien alle gefragt, Solidarität zu zeigen, den Geflüchteten Schutz zu bieten und weiterhin Brücken in die Länder Ost- und Mitteleuropas zu bauen.

Aus diesem Grund würden, so Halbleib, von der SPD-Landtagsfraktion und der Seliger-Gemeinde jährlich Persönlichkeiten und Institutionen ausgezeichnet, die sich für die Belange von Geflüchteten, Heimatvertriebenen und Aussiedlern in besonderer Weise einsetzten und sich für die Verständigung stark machten. „Unsere Preisträgerinnen und Preisträger sind wahre Vorbilder. Sie bauen Brücken statt Mauern, schaffen Raum für Begegnung und bewahren Geschichte. Dabei dürfen wir sie nicht allein lassen“, so der SPD-Politiker. Erstmals in der Geschichte wurde der Wenzel-Jaksch-Gedächtnispreis heuer an zwei Preisträger verliehen, an die Ukrainische Freie Universität München (UFU) und an den langjährigen Präsidenten und das jetzige Mitglied des Präsidiums der Seliger-Gemeinde, Dr. Helmut Eikam, aus Schrobenhausen.

Mit der Auszeichnung eines „Brückenbauers“ wurden die Initiative „Bürger fürs Badehaus Waldram-Föhrenwald e.V.“ und der Vorsitzende des Kulturwerks der Banater Schwaben in Bayern, Bernhard Fackelmann, geehrt. Als Laudatoren hatte die SPD-Landtagsfraktion neben ihrem vertriebenenpolitischen Sprecher Volkmar Halbleib, die Vorsitzende des Sudetendeutschen Rates, Christa Naaß, den Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, Markus Rinderspacher, MdL, und den Stiftungsdirektor des Studienseminars Albertinum, Monsignore Dieter Olbrich, gewinnen können.

Freudig erwartet wurde auch in diesem Jahr das traditionell launige Schlusswort des BdV-Landesvorsitzenden Christian Knauer. Stellvertretend für die Gäste würdigte er die Kontinuität der SPD-Fraktion, durch deren Empfänge die Heimatvertriebenen, Aussiedler und Spätaussiedler Anerkennung und Wertschätzung erfahren. Als besondere Ehre empfand er, dessen Vertriebenenpolitischen Sprecher Volkmar Halbleib mit der silbernen Ehrennadel des BdV auszeichnen zu dürfen. Halbleib habe, so Knauer, den in den 2000er Jahren begonnenen Prozess der Normalisierung der Beziehungen zwischen SPD und Heimatvertriebenen im Freistaat nicht nur durch hohen persönlichen Einsatz fortgesetzt, sondern dauerhaft auf eine „konstruktive, freundschaftliche und vertrauensvolle Ebene“ gehoben. Wohl bundesweit einmalig sei seine vorbildliche Zusammenarbeit mit den Vertriebenenpolitischen Sprechern von CSU und Freien Wählern, Josef Zellmeier, MdL, und Bernhard Pohl, MdL.