Generationswechsel geglückt: Stephanie Schmidmair neue Landesvorsitzende der Landsmannschaft der Donauschwaben in Bayern

Evi Hübner (1. Stellvertretende Vorsitzende), Karl-Heinz Wendel (2. Stellvertretender Vorsitzender), Stephanie Schmidmair (Landesvorsitzende), Bianca Groß (Schatzmeisterin). Text und Foto: LDD

Der bayerische Landesverband der Landsmannschaft der Donauschwaben hat auf seiner Jahreshauptversammlung am 15. März einen neuen Vorstand gewählt. Mit der Wahl von Stephanie Schmidmair zur neuen Landesvorsitzenden konnte dabei ein gelungener Generationenwechsel vollzogen werden. Die bisherige Vorsitzende, Eva Hübner, hatte auf eigenen Wunsch ihr Amt zur Verfügung gestellt und wird die neue Vorsitzende nunmehr als deren Stellvertreterin unterstützen. Dieser Schritt soll die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Jung und Alt sowie die Kontinuität der Arbeit der Landsmannschaft sichern und gleichzeitig neue Impulse ermöglichen.

Bei ihrem Rechenschaftsbericht zeigte sich Evi Hübner besonders erfreut, dass in den letzten Jahren neue Mitglieder für ihre Landsmannschaft gewonnen werden konnten. Dass es sich dabei nicht nur um Personen aus der Erlebnisgeneration, sondern verstärkt auch um deren Kinder und Enkel handle, führte die scheidende Landesvorsitzende auf die neuen Informationsformate zurück. Durch die gezielte Kommunikation auf verschiedenen Kanälen sei es gelungen, das Interesse bei der jüngeren Generation zu wecken.

Bei den turnusgemäß durchgeführten Neuwahlen erzielte Stephanie Schmidmair als neue Landesvorsitzende einen überzeugenden Vertrauensbeweis. Sie konnte von den 62 Stimmberechtigten 56 Stimmen auf sich vereinigen. Auf ihren Gegenkandidaten Gerhard Kappler entfielen lediglich sechs Stimmen. Die weiteren Ergebnisse: Evi Hübner, erste stellvertretende Landesvorsitzende, Karl-Heinz Wendel, zweiter stellvertretender Landesvorsitzender, Bianca Groß, Schatzmeisterin und Gabriele Klerner, Schriftführerin.

Schon in der Vergangenheit zeigte die neue Landesvorsitzende stets eine enge Verbundenheit mit der donauschwäbischen Kultur. Bereits ihre Großmutter, Annemarie Baer, trat aktiv für deren Bewahrung ein und gründete 1949 die erste südostdeutsche Tanz- und Trachtengruppe. Als Vorsitzende der donauschwäbischen Trachtengruppe Freising setzt die 39-jährige Stephanie Schmidmair diese Tradition in dritter Generation fort. Bereits seit ihrer Kindheit ist sie mit der Landsmannschaft der Donauschwaben in Haar verbunden. Ihre Erfahrungen in der kulturellen Vereinsarbeit und ihr Engagement für die Nachwuchsgewinnung machen sie nach Auffassung vieler Mitglieder zur „idealen Besetzung für den Vorsitz“.

In ihrer Antrittsrede betonte Stephanie Schmidmair die Bedeutung von Offenheit und Toleranz in der Vereinsarbeit: „Unsere Landsmannschaft wird auch in Zukunft durch Hilfsbereitschaft und Mitmenschlichkeit gegenüber Verfolgten, Vertriebenen und Entrechteten geprägt sein.“ Ihren besonderen Fokus werde sie darauf legen, die Landsmannschaft für jüngere Generationen attraktiv zu gestalten und diese aktiv in die Vereinsarbeit einzubinden. Durch Veranstaltungsangebote wie Tanzabende und Feste möchte sie zur Pflege der donauschwäbischen Identität ihren Beitrag leisten. Auch Projekte zur Ahnenforschung und der Ausbau innovativer Formate könnten sich hier als wertvoll erweisen.

Nicht zu kurz kommen soll auch der Dialog zwischen den Generationen. Während sie sich von den jüngeren Mitgliedern neue Perspektiven und frische Ideen erhoffe, sollte die ältere Generation mit ihrem Erfahrungsschatz für gewisse Kontinuität sorgen. Durch einen wechselseitigen Austausch könne sich so die Landsmannschaft zu einer wach

senden, starken Gemeinschaft, die Tradition und Zukunft miteinander verbindet, in den nächsten Jahren entwickeln.

Mit dem „Haus der Donauschwaben“ in Haar bei München hat sich die Landsmannschaft ein Zentrum geschaffen. Hier wurde die Geschichte der Donauschwaben aufgeschrieben, Brauchtumsgegenstände gesammelt, Trachten, Tänze und Musik zusammengetragen, erforscht und dokumentiert. Zudem wurden Kontakte in die alte Heimat im heutigen Serbien aufgebaut und erfolgreich über Jahrzehnte gepflegt. Das vom Freistaat Bayern errichtete Kulturzentrum der Donauschwaben, das im gleichen Gebäude ihren Sitz hat, trägt wesentlich zur finanziellen Unterstützung der Kulturarbeit der Landsmannschaft bei.