
Die Verleihung höchster Auszeichnungen für herausragendes Engagement innerhalb der Sudetendeutschen Landsmannschaft kennzeichneten den Jahresabschluss der SL-Straubing. Gemeinsam mit Zweitem Bürgermeister Dr. Albert Solleder (CSU) ehrten die SL-Ortsobleute Sonnhilde Bachmeier und Roland Scheufler Hans Loher und Manfred Hubl mit der „Adalbert-Stifter-Medaille“. Sonja Seidel wurde mit dem „Großen Ehrenzeichen der Sudetendeutschen Landsmannschaft“ ausgezeichnet. Eine besondere Freude war es für Roland Scheufler, seiner Kollegin Sonnhilde Bachmeier, im Auftrag des Bundesvorsitzenden Dr. h.c. Bernd Posselt, mit der „Rudolf-Lodgman-von-Auen-Plakette“ die höchste Auszeichnung der Sudetendeutschen Volksgruppe überreichen zu können. „Sie ist ein unverzichtbarer Motor, eine Frau des Wortes und der Tat, die Gräben zuschütten, Brücken bauen und Menschen in Gemeinschaft zusammenbringen kann“, so seine Worte in der berührenden Laudatio. Der Jahreszeit entsprechend wurde die Veranstaltung durch vorweihnachtliche Klänge der „Sudetendeutschen Stub’n-Musi“ unter der Leitung von Maria Schindlmeier umrahmt.
Wie sehr sich die Sudetendeutsche Ortsgruppe im Aufwind befindet, zeigte sich nicht zuletzt daran, dass das Schützenhaus bereits kurz vor Veranstaltungsbeginn bis auf den letzten Platz gefüllt war. Zweiter Bürgermeister Dr. Albert Solleder attestierte dem Vertriebenenverband, dass er es geschafft habe, in der Stadt einen Ort zu schaffen, an dem die alte Heimat bewahrt und die neue Heimat mitgestaltet werde. In einer Welt voller Veränderungen seien solche Orte der Verbundenheit und des Vertrauens für die Menschen besonders wichtig. Respekt für die Arbeit der Landsmannschaft zollte in Vertretung von Landrat Josef Laumer dessen weiterer Stellvertreter Andreas Aichinger. Die Rückschau auf die schrecklichen Ereignisse in Zusammenhang von Flucht und Vertreibung vor 80 Jahren sei heute, in einer Zeit weltweiter Krisen und Kriege, mehr denn je wichtig. Sorge bereite ihm der zunehmende überbordende Nationalismus und der Verlust von Rechtsstaatlichkeit und Freiheit in vielen Ländern. Nachdrücklich rief er dazu auf, die Demokratie in Deutschland mit aller Kraft zu verteidigen.
Als besonderen Ehrengast konnte die SL Straubing Bayerns BdV-Landesvorsitzenden Dr. h.c. Christian Knauer begrüßen. In einem kurzen Grußwort würdigte der ehemalige Aichach-Friedberger Landrat seine Gastgeber als „die erfolgreichste Vertriebenengruppe im Jahr 2025 in Bayern“. Mit mittlerweile 127 Mitgliedern sei es der Landsmannschaft nicht nur innerhalb kürzester Zeit gelungen, sich zahlenmäßig zu verdoppeln, sondern gelte heute, auch durch seine attraktive Programmgestaltung, als Vorbild für viele Orts- und Kreisgruppen. Für ihn sei es eine besondere Freude gewesen, zur Vorführung des BdV-Films „Wir dürfen nie vergessen“ eingeladen worden zu sein. Dadurch würde für jedermann deutlich, dass auch die SL Straubing das Gedenken an den Beginn der Vertreibungen aus dem Sudetenland im Jahr 1945 in den Mittelpunkt des Vereinsgeschehens im zu Ende gehenden Jahr stelle. Das hohe Ansehen, das sich die Sudetendeutschen in Straubing in den letzten Monaten erarbeiten konnte, wurde auch durch die Anwesenheit des neu gewählten niederbayerischen BdV-Bezirksvorsitzenden Eduard Neuberger, der ehemaligen evangelischen Pfarrerin der Versöhnungskirche, Erna Meiser, sowie weitere zahlreiche Abordnungen befreundeter Landsmannschaften deutlich.
Text: Wilfried Schaffrath
