
Dass das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen und deren Siedlungsgeschichte auch heute – im Umfeld weltweiter Vertreibungen und Kriegsgeschehnisse – für Schülerinnen und Schüler hochinteressant sein kann, zeigte sich Mitte März bei einem Besuch des BdV durch das Projekt-Seminar Geographie des Gymnasiums Bad Tölz. „Gerade die junge Generation mit den Wurzeln der Vorfahren aus den deutschen Ostgebieten in Berührung zu bringen und dazu anzuregen, sich selbst auf Spurensuch zu begeben, ist ein wichtiger Auftrag – vor allem gegen das Vergessen“, so deren Lehrer Cornelius Von der Heyden. Bemerkenswert war, dass der fast fünfstündige Besuch im Haus des Deutschen Ostens und im Sudetendeutschen Museum ausschließlich von der Schülerin Kathrin Eder aus Oberfischbach vorbereitet wurde.
Da die rund 15-köpfige Schülergruppe schon in den frühen Morgenstunden mit dem Zug angereist war, hatte BdV-Landesgeschäftsführerin Stefanie Sander-Sawatzki Butterbrezen und Getränke zum Empfang bereitgestellt. Eingestimmt wurden die ausgesprochen interessierten Schülerinnen und Schüler durch einen vom BdV Bayern produzierten Film, der die Geschehnisse nach dem Zweiten Weltkrieg, die Eingliederung der Heimatvertriebenen bis hin zu den heutigen Tätigkeiten der Landsmannschaften und ihres Dachverbandes zeigt. Nach einer ersten Fragen- und Antwortrunde erwartete die Jugendlichen der Leiter der Abteilung Historische Forschung und Archiv, Dr. Raimund Paleczek, im Sudetendeutschen Museum. In einem eineinhalbstündigen Rundgang wurde der Bogen von der territorialen Lage, der Besiedelung, Kultur und dem Zusammenleben von Tschechen und Deutschen im Sudetenland geschlagen.
Nachdem sich herausstellte, dass ein Teil der Schülerinnen und Schüler Wurzeln in Schlesien und dem Sudetenland hat, ließ sich BdV-Landesvorsitzender Christian Knauer nicht lumpen und lud alle zum eilig herbeigeschafften Mohnkuchen ein. Freudig aufgenommen wurde sein Hinweis, dass sie die Möglichkeit hätten, sich zum Gedenkakt für die Opfer von Flucht und Vertreibung, am 15. Juni im Prinz-Carl-Palais anzumelden. Schon zwei Tage später erreichte die aus 15 Namen bestehende verbindliche Interessentenliste die BdV-Geschäftsstelle. Landesgeschäftsführerin Sander-Sawatzki hat diese inzwischen an die Bayerische Staatskanzlei weitergeleitet. Von dort werden die offiziellen Einladungen ausgesprochen.
Wie positiv die Stunden in München empfunden wurden, zeigte die Rückmeldung aus dem Seminar. „Ich wollte mich nochmals im Namen des ganzen P-Seminars für den tollen Tag im Haus des Deutschen Ostens bedanken. Wir konnten dank Ihnen sehr viele neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln“, so Kathrin Eder an den BdV-Landesvorsitzenden.
